Traditionelles Kräuterlexikon

Alexander-von-Bernus-Institut

Alchemie


Wir unterscheiden grundsätzlich zwischen einer esoterisch-handwerklichen Alchemie, und einer materialistisch-spagyrischen Alchemie. Diese finden wir bei Alexander v. Bernus und den modernen Spagyrikern, jene finden wir im Buch »Ilm el miftach – die geheime Praxis der Derwische« von Paul Schwidtal, der 1913 in Europa zu lehren begann.

Schwidtal wurde am 1. 10. 1885 in Breslau geboren und war seit 1915 türkischer Botschaftssekretär in Bern. Sein Praxis-Manuskript geriet nach seinem Tod 1921 in den Besitz des Verlegers Rudolf Glauer, der es 1924 unter falschem Namen und dem Titel »Die Praxis der alten türkischen Freimaurerei« mit eignem Geleit- und Schlusswort drucken ließ. 30 Jahre später wurde dieser Text noch einmal, an vielen Stellen verändert und gekürzt, von Walter Studinski (pseud. Waltharius, 1905-1995) herausgegeben.

Wir zitieren hier die Ausgabe von 1924 aus dem Besitz des Schwidtal-Schülers Traugott Egloff mit dessen Anmerkungen, Seiten 33-39:


»THEORIE UND PRAXIS.

Ich habe im Vorstehenden den Beweis erbracht, daß das System der Rosenkreuzer und Alchimisten nur dann zu verstehen ist, wenn man Zeichen, Griff und Wort anwendet. Wir werden nun das ganze System an Hand der Wissenschaft vom Schlüssel noch einmal durchgehen, es wird mir gestattet sein, hier aus rosenkreuzerischen Schriften noch einige Belege zu geben. Das System, nach dem die Abendländer arbeiteten ist nicht ganz vollkommen, so ist der Mittelgriff, der Schlußgriff und eine Reihe der Formeln nicht dem Abendlande bekannt gewesen, alle Systeme aber, die geübt worden sind, fügen sich widerspruchslos in das System der Beni el mim ein.«

»Die Übungen können niemand schaden. Eine Voraussetzung ist noch zu erfüllen, sie dürfen niemals unterbrochen werden, ein Tag des Auslassens bringt um Wochen zurück und stellt die ganze Übung in Frage. Und das Wichtigste ist das Gebet, das Gebet um die Zulassung. [Anmerkung: Beginn der Übungen ist allerdings immer nur zur Sommersonnwende, oder 3 Tage vor Johannes d. Täufer]

Die Übungen dürfen, namentlich in der ersten Zeit nicht übertrieben werden, sonst stellen sich leicht einige Beschwerden ein, die zwar nicht gefährlich, wohl aber unangenehm sind. Ich werde darauf hinweisen. Man übe nur, wenn man allein und ungestört ist. Zehn Minuten pro Tag kann man sich schon zurückziehen. Man schweige über seine Übungen und spreche davon erst dann, wenn man das Ziel erreicht zu dem, den man als gleichen Bruder erkennt, denn das ist dann leicht.

Welche Lebensweise muß ich einhalten? höre ich fragen; ich will auch darauf antworten. Wer das Leben der Alchimisten und Rosenkreuzer studiert, wird finden, daß sie verheiratet waren, daß sie lebten, wie jeder andere Mensch lebte. Wahre Weisheit vermeidet von selbst jedes Übermaß. Der Orientale lebt im Allgemeinen sehr mäßig, nur an den Festtagen wird ein Schaf geschlachtet, im übrigen genießt er Milch, Käse, Brot und Früchte, das ist in den kälteren Breitengraden nicht gut möglich, der Fleischgenuß läßt sich aber in vernünftiger Weise einschränken. Verboten ist dem Muselman der Alkohol in jeder Form; nun, in fröhlicher Stimmung schadet auch ein Glas Wein oder Bier nicht, vor Destillaten aber sei dringend gewarnt. Wer bis ans Ende der Übungen gelangt, weiß ganz genau, was er zu lassen hat. [Anmerkung: Das hier von Alkoholika gesagte gilt auch für Erotika! Man möge sich dabei einmal wöchentlich auf zunehmende Mondphasen, oder Mondstände im Löwen beschränken, um kräftemäßig überhaupt Ergebnisse dieser Übungen zu erreichen: denn minutenlange Unterdrückung innerer gedanklicher Worte ist nur in einem enthaltsamen Körper möglich!]

Am besten ist es die Übungen früh Morgens nach dem Aufstehen vorzunehmen; sie erfordern nicht mehr als zehn Minuten pro Tag. Unter Tages kann man, wenn man allein ist, eine kurze Wiederholung machen, ebenso Abends.

Eine Vorschrift über das Gebet gebe ich nicht, das soll jeder mit sich selbst abmachen. Wer bittet, dem wird gegeben nach dem Maße, da er hat. Wer das richtig versteht, weiß, was gemeint ist. [siehe vorige Anmerkung] Wir hatten gelesen, daß man mit dem aufgereckten Zeigefinger und durch das Denken des Buchstabens I feinere Kräfte anziehe. Der Körper des gewöhnlichen Menschen ist eine träge Masse, die sich selbst überlassen, immer stofflicher wird. Um das geistige Wasser aufnehmen zu können, muß zuerst eine Bresche geschlagen werden, der Stoff muß erregt werden. Dies geschieht durch den Buchstaben I, durch den das Element Feuer erregt wird.«

»Um das I richtig beleben zu können, stelle man sich in aufrechter Haltung hin, indem man dem ganzen Körper die Form des I gibt. Den Arm strecke man aufrecht zum Himmel auf und balle die Hand zur Faust. Dann recke man den Zeigefinger auf, er soll neben der geschlossenen Hand emporragen wie ein schlankes Minaret neben der Kuppel der Moscheh, bemerkt Scheich Jachja in seinem kleinen Buche »Charam ed din«. Durch Denken* des Vokales I belebt man den Finger. Eine alte Anweisung sagt: Nimm den philosophischen Stahl (Chalybs Zeigefinger) schlage die scintilla (Funken) Nimm dann den zweiten Stahl (Daumen) und setze den Magneten (das A-Zeichen) in Tätigkeit, der die Elemente anzieht und Dir das Wasser liefert, nach dem Du dürstest. [* Anmerkung: aber nur denken! nie laut sagen oder singen!]

Man wird bald finden, daß sich der Finger zu erwärmen beginnt, man kann nun durch einen Willensakt diesen Strom durch den ganzen Körper leiten, ebenso den durch das A erregten Strom. Man kann das ohne jeden Schaden tun, doch hüte man sich, den Kopf zu beeinflussen, der muß frei bleiben. Man würde sonst in einen nicht ungefährlichen Rauschzustand versetzt werden. Durch die langsame Arbeit gelangt der Strom von selbst in den Kopf, wir sperren durch den Halsgriff den Zugang zum Kopfe wissentlich ab. Bilden wir das A-Zeichen und beleben es, so nehmen wir zunächst ebenfalls geistiges Feuer, aber auch ein wenig des geistigen Elementes Erde, das sich durch eine gewisse Trockenheit in der Daumenwurzel bemerkbar macht. Ist die gewinkelte Hand dann genügend vorbereitet, so beginnt sie das geistige Wasser aufzunehmen.

Durch das O-Zeichen führen wir dem Sonnengeflecht geistige Luft zu. Ich möchte hier ein Experiment erwähnen, das mein Lehrer einst vomahm. Er befahl einem Schüler das A zu bilden und O zu denken. Nach einer Weile rief der Schüler: »O Scheich, siehe, es ist unmöglich, sie krümmen sich von selbst.« »Mein Sohn,« sagte Mehemed Rafi, »du siehst, daß es unmöglich ist, Zeichen und Worte zu vermengen. Du kannst im A-Zeichen nur A nicht O denken, denkst du O, so streben deine Finger von selbst zusammen. Du siehst, daß die Zeichen nicht willkürlich gewählt sind, sondern in der Natur begründet liegen. Es ist die Aufgabe unsers Lebens, den Geist zu suchen, aber wir arbeiten stets im Einklange mit der Natur. Du siehst aber auch, mein Sohn, daß der Geist scharf in unsern Körper eingreift, er formt den Körper nach seinem Bilde. Nicht nur das I, das A, das O belebt den Körper, alle Vokale und Konsonanten haben die Eigenschaft. Der I-Geist streckt den Körper und zwingt ihn zur aufrechten Haltung. Der A-Geist gibt die Breite, Würde und Festigkeit, der O-Geist verleiht Leben, Bewegung.«

»Für die Vorarbeit sind etwa zehn Tage nötig, es schadet nichts, wenn man länger die einfachen Vokale und die Silben übt, die Entwickelung geht dann schneller vor sich. Ist die Vorbereitung vorüber, so geht man zur Hauptarbeit über, die der eigentliche chemische Prozeß ist. In der Vorarbeit wurde der in den Fesseln des Stoffes liegende Geist erregt, oder wie die Alchimisten sich ausdrückten, die Materialien wurden bereit gestellht, der Boden, die Erde wurde aufgelockert, um den Samen aufnehmen zu können. Durch die geringe geistige Belebung des Fingers wurde Äther angezogen und dem Körper zugeführt; die Erscheinungen, die wir beobachten, sind: der Körper atmet förmlich auf, er scheint leichter zu werden.

Gehen wir nun in der Arbeit weiter, so werden wir gewahr werden, daß sich im Zeigefinger immer mehr Wärme entwickelt; dieses spitze Glied zieht infolge seiner Form mehr das Element Feuer an, das auch durch den Vokal i bewirkt werden soll. Schließlich wird die Wärme so stark, daß das Feuer aus der Spitze des Fingers ausflammt und mit der Luft schwefliche Säure bildet, die wir deutlich wahrnehmen können, wenn wir den Finger an die Nase halten. Die meisten alten Schriften vermerken als erstes die Bereitung des Sulphurs. Flamel schreibt darüber: Endlich fand ich das, was ich suchte, was ich sofort an seinem starken Gerüche erkannte; als ich dies hatte, vollendete ich gemächlich die Meisterschaft.

Dieser Schwefelgeruch ist der erste Merkstein auf dem Wege. Nur wer ihn spürte, kann weiter gehen. Er wird dann die Erfahrung machen, daß sich in die gewinkelte Hand ein Strom ergießt, den die Alten sehr treffend mit Wasser verglichen. Das ist das Wasser des Lebens, von dem unsere Märchen schwärmen, das aqua vitae der Alchimisten. Mit dem Schwefelgeruch hat die Zersetzung begonnen, die Putrefactio der Alchimie. Die alten Schriften setzen in Übereinstimmung mit den orientalischen Schriften eine Minimaldauer von 40 Tagen an, in der ein gewisses Resultat erreicht werden muß; einige andere freimaurerische Schriften erklären jedoch, daß sie 70, ja 90 Tage gebraucht hätten, um den ersten Grad zu absolvieren.

Die Putrefactio, die Fäulung ist beendet, wenn der Jünger der Kunst einen schwärzlichen Schatten erblickt, den Rabenkopf der Alchimisten.

Wir führen in dieser Zeit durch den Halsgriff das Wasser des Lebens dem Körper zu, dieses Wasser hat die Eigenschaft, alles Grobe aufzulösen, zu zersetzen. Hand in Hand mit dieser zersetzenden Wirkung geht eine andere, aufbauende. Die feineren Kräfte im Menschen werden in den Zustand gebracht, daß sie erweckt werden können. Die alten Freimaurer haben die Geburt des geistigen Menschen sehr oft mit der leiblichen Geburt verglichen. Der schwärzliche Schatten, den der Jünger mit dem geistigen Auge sieht, ist der werdende geistige Mensch. Es ist nun beim Anlegen des Halsgriffs, den, wie wir schon vorher gesehen haben, die Alten Balneum Mariae nannten, zu beachten, daß er möglichst exakt gemacht wird. »Schneide der Bestie den Hals ab,« sagt eine Schrift; es darf aber auch der Griff nicht übertrieben werden, damit ein langsames Ausglühen des Halses erfolgt. Es kann vorkommen, und die alten Freimaurer beschreiben diesen Vorgang oft, daß das Feuer ausbricht und den Wirbelknochen durchglüht. Tritt diese Erscheinung ein, so darf man nicht erschrecken; man neige ruhig den Kopf und warte die Zeit der Heimsuchung ab, die furchtbare Flamme erlischt nach wenigen Minuten. Ist man auf die Erscheinung vorbereitet, so hat man nichts zu fürchten. In der Regel tritt jedoch das Durchglühen langsam und allmählich ein, ohne daß man etwas davon merkt. Bricht die Flamme aus, so ist es, als ob ein furchtbarer Dämon den Menschen beim Genick fasse, um ihn zu Boden zu strecken.

Nach etwa zweiwöchentlicher Übung wird kein Mensch mehr daran zweifeln, daß der Halsgriff chemische Veränderungen im Halse hervorgerufen hat. Es ist nun die Zeit gekommen, in der man auf der Zunge den giftigen Geschmack des Quecksilbers hat, wenn man mit der gewinkelten Hand durch den Zeigefinger die Zunge berührt. Später entwickelt sich dann der Geschmack des Salzes. Seton sagt hierüber: »es begann daher das Feuer auf die Luft zu wirken und erzeugte Schwefel. Die Luft ihrerseits begann auf das Wasser zu wirken und erzeugte Quecksilber. Auch das Wasser begann auf die Erde zu wirken und erzeugte Salz.« Dieser Prozeß ist von den Alchimisten in der mannigfachsten Art und Weise beschrieben und verhehlt worden.«

»Erblickt unser geistiges Auge den schwärzlichen Schatten, so ist die Putrefaktion beendet, und es gilt nun den werdenden geistigen Körper zur Entfaltung zu bringen, eine Arbeit, die ungleich länger dauert. Der Halsgriff oder das Marienbad arbeitet nur den Untergrund heraus, aus dem sich der geistige Mensch frei von den Fesseln des Körpers erheben soll. Der irdische Körper muß mortifiziert werden, damit sich der geistige erheben kann. Hier sei eine Anmerkung erlaubt. Diese Mortifikation ist vielfach mußverstanden worden, man glaubte, den Leib durch Askese und Weltflucht töten zu müssen. Dies ist natürlich nur dann ein Weg, wenn der Pilger auch innerlich einen völligen Gesinnungswechsel vollzogen hat. Ohne diesen entsteht eine falsche Mortifikation. Askese und Weltflucht führen in den meisten Fällen zu einer Auflösung, in dieser wird der Pilger eine leichte Beute aller möglichen Einflüsse; nicht die wenigsten Schwarzmagier sind auf diese Weise ein Raub des Fürsten des Schattens geworden.

Die wahre Mortifikation liegt in der Sublimation, in der Unifikation, in der »unio mystica«, in dem Einswerden mit Gott. Die Vereinigung beginnt mit dem Gesinnungswechsel, wodurch die Mortifikation des kleinen Ichs sich vollzieht und die Auferstehung des göttlichen Ichs stattfindet. Das ist aber das Ziel, das wir erreichen wollen, das wir erreichen müssen und können.

Sind wir am Ende unserer Übung angelangt, so fühlen wir, wie uns unser irdischer Leib fremder und fremder wird, wir wachsen über ihn hinaus, wir fühlen deutlich, wie er Staub und Asche geworden ist. Das ist der tiefste Punkt, der erreicht wird, wenn uns die Schrecken der Finsternis und des Todes umlagern. Aus diesem Grunde nahmen die alten Freimaurer nur mutige Männer in ihre Gemeinschaft auf, und die Prüfungen, denen sich der Kandidat unterziehen mußte, waren sehr streng. Mut und Ausdauer waren die vornehmsten Tugenden, die er haben mußte.

Unsere Arbeit zielt dahin, dem Tode zuvorzukommen. Bei den Menschen trennt sich die Seele erst im Tode vom Körper, wir wollen diesen Abschluß unseres Lebens nicht, wir wollen uns mitten im Leben einem freiwilligen Tode unterziehen. Der Schwache erschrickt vor der Kühnheit unseres Unternehmens. Wir können die Natur nur durch die Natur besiegen, die niedere durch die höhere, geistige Natur. Wir bleiben streng in der Gesetzmäßigkeit des geistig-weltlichen Universums.

Ein Mensch von geringem Glauben könnte mich beschuldigen, daß ich Gott versuche, daß es mir an der nötigen Demut fehlt, die sich dem natürlichen Lauf der Dinge, so wie wir ihn gewohnt sind, willig unterordnet. Ihm antworte ich, daß ich einen Pfad des Lebens weise, der im Sinne jeder wahren Religion liegt, dieser Weg ist auch im Neuen Testament klar zu erkennen. Die meisten modernen Menschen haben leider die heiligen Schriften ihrer Religion nicht gelesen. Wer mir aber bis hierher gefolgt ist und nun zurückbebt, dem rate ich, nicht weiter zu lesen; denn das, was ich bringe, ist nicht Milch für die Schwachen, sondern Speise für die Starken.«



Zitat aus Waltharius »Mystik, Zen und der farbige Schatten« 1954, Seite 10:

»Ich gebe hier einen vollkommenen Aufriß der Arbeit. Am zweckmäßigsten ist es, sich nicht sofort darauf zu stürzen, um dann eines Tages festzustellen, daß man die Lust am Üben verloren hat, oder gar Angstgefühle aufsteigen, sondern den Beginn in jene Zeit zu verlegen, wenn das Tierkreiszeichen Krebs aufsteigt (21. Juni bis 22. Juli). Es hat dies einen sehr tiefen Sinn und begünstigt die Arbeit, ich kann aber wegen des Raumes an dieser Stelle nicht näher darauf eingehen. [Anmerkung: natürlicher Grund ist das Kürzerwerden der Tage, beziehungsweise der abrupte Übergang vom zuvor räumlichen Wachstum der Frühlings-Blütezeit in das nun fruchtend-reifende Innenleben des Sommers.]

VORARBEIT: 3 Tage, täglich mehrmals, doch nie länger als 10 Minuten, bis Erwärmung im Finger spürbar ist. Läßt sie auf sich warten, bis zu 10 Tagen üben, die Entwicklung geht dann schneller vor sich.

Fingerstellung: I = Konzentration: i, Hand senken, Fingerstellung: A = Konzentration: a, Hand senken, Fingerstellung: O = Konzentration: o, Hand senken.

7 Tage, täglich bis dreimal, je 5 Minuten, längstens bis zu 10 Minuten:

Fingerstellung: I = Konzentration: Si, bis Finger warm, Hand senken, Fingerstellung: A = Konzentration: Sa, Halsgriff, abziehen, Hand senken, Fingerstellung: O = Konzentration: So, Meistergriff, abziehen, Hand senken. [Anmerkung: jeden Griff nur einmal pro zehnminütiger Übung!]

HAUPTARBEIT: 7 Tage wie vorhergehend, nochmal wiederholen. Nicht mehr als insgesamt 10 Minuten täglich, am besten dreimal 3 Minuten morgens, mittags und abends. Nach dem 6. Tag Prüfung auf den Schwefelgeruch. Positiv, dann am 8. Tage weitergehen. Negativ, dann den 7. Tag durchführen, 6 weitere Tage zugeben, erneute Prüfung, nach einen 7. Tag durchführen und weitergehen: 14 Tage, zweckmäßig zweimal, morgens und abends, je 5 Minuten:

Fingerstellung: I = Konzentration: Si, bis Wärme, Hand senken, Fingerstellung: A = Konzentration: ALAM, Halsgriff, Hand senken, Fingerstellung: O = Konzentration: So, Meistergriff, Hand senken.

Hier folgt nun die Prüfung auf Quecksilbersublimat. Dann: 14 Tage, zweckmäßig zweimal, morgens und abends, je 5 Minuten:

Fingerstellung: I = Konzentration: Si, bis Wärme, Hand senken, Fingerstellung: A 2 Tage = Konzentration: ALAM, Halsgriff, Hand senken, Fingerstellung: A 2 Tage = Konzentration: ALAMAS, Halsgriff, Hand senken, Fingerstellung: A 7 Tage = Konzentration: ALAR, Halsgriff, Hand senken, Fingerstellung: A 3 Tage = Konzentration: ALAMAR, Halsgriff, Hand senken.

Nach der sogenannten »Tafel des Propheten« soll es, wahrscheinlich unter Berücksichtigung einiger Übungswiederholungen, 58 Tage dauern, bis der Schatten, der »Rabenkopf«, auftaucht. Nach anderen Übungssystemen, wie sie z. B. die Tafel »Rosarius minor« angibt, sogar 124 Tage.

Die Stellungen, Zeichen und Griffe dienen nicht allein der Zufuhr feinstofflicher Quintessenzen in den Ätherkörper*, sondern auch, um gleichsam das »Skelett« des sich entwickelnden Inneren Menschen herauszuarbeiten, eine durchaus natürliche und selbstverständliche Arbeit, wie man nachher feststellen kann.« [* Anmerkung: jeder wird nach wenigen Wochen der Übungen seinem inneren geistigen Körper dabei zusehen, wie dessen geistige Zunge und Lippen die Laute Si, Sa und So formen, ohne dass sich unsere physische Zunge und Mund im geringsten dabei bewegt, denn die Vokale werden immer nur gedacht, nicht laut gesprochen.]


[Fortsetzung April 2026]





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